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Aktuelles > Bericht von der Inspektionsreise 2008 in Indien/ Teil 2

Bericht von der aktuellen Inspektionsreise in Indien

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Paten und Freunde,

wie im Vorjahr konnte Herr Hüske die diesjährige Kontakt- und Kontrollreise aus familiären Gründen nicht wahrnehmen. Auf Bitte des Vorstands habe ich diese Aufgabe erneut gerne übernommen. Für alle, die in diesem Jahr zum ersten Mal diesen Brief erhalten, stelle ich mich kurz vor. Ich bin Herbert Weihmann, Vorstandsmitglied der Patengemeinschaft, langjähriger Pate mehrerer Kinder nacheinander und gleichzeitig. Ich bin in Pension, deswegen verhältnismäßig ungebunden, und bereits indienerfahren, weil dies meine dritte mehrwöchige Reise mit und für die Patengemeinschaft in Folge ist.

lächelndes indisches MädchenIch freue mich besonders, dass es mir gelungen ist, alle Ihre Fragen, Bitten und Aufträge zu beantworten bzw. zu erfüllen. Darüber hinaus habe ich Patenkinder getroffen, von denen ich im Gegenzug Grüße ausrichten oder Briefe übergeben soll.

In diesem Jahr galt der Schwerpunkt der Inspektionen der Familienhilfe, nachdem wir in den letzten beiden Jahren in erster Linie die Heime besucht und überprüft haben. Unsere Heimbesuche dienten dazu, uns über den Stand unserer Auflagen der letzten Kontrollreise ein Bild zu machen, Ihre Patenaufträge zu erfüllen, Patenkinder zu besuchen, Recherchen zu bestimmten Anfragen zu machen, sowie uns über Probleme mit den indischen Behörden zu informieren und bürokratische Hemmnisse in den Griff zu bekommen.

Inspektion der Heime und Einrichtungen

Die Patengemeinschaft hat verschiedene Einrichtungen. Da sind zum einen die eigenen "units" (sinngemäß: Einheiten). Sie sind von uns gebaut, wurden gekauft, uns übereignet oder von uns angemietet. Hier haben wir direkten Zugriff.

Mit anderen Heimen arbeiten wir auf Vertragsbasis zusammen. Sie gehören anderen Organisationen oder Privatpersonen. In ihnen besetzen wir teilweise oder ausschließlich die vorhandenen Heimplätze für Kinder und überweisen dorthin die Patengelder. Hier gibt es manchmal Auffassungen bezüglich Management und Bauinstandhaltung, die von unseren abweichen und die wir als Geldgeber im Sinne der Patenkinder nachhaltig beeinflussen müssen, was zwangsläufig Veränderungen nach sich zieht. Mit der überwiegenden Mehrheit arbeiten wir gut und einvernehmlich zusammen.

Die Auflagen, die wir Einigen im letzten Jahr gemacht haben, wurden und werden noch weiter erfüllt. Da wurde und wird besonders im Sanitärbereich um- und angebaut, wurden elektrische Leitungen neu verlegt, groß angelegte Reinigungs- und Aufräummaßnahmen ergriffen, Speisepläne umgestellt und vieles mehr. Dennoch geht manches langsamer als erhofft, weil dringend benötigte Finanzmittel einfach nicht sofort in ausreichender Summe verfügbar sind

Die Mädchen in ihrem neuen ZuhauseIm vergangenen Jahr haben wir das "Adolf’s Home for Girls" in Nagercoil aus Altersgründen des Eigentümers und Leiters aufgegeben. Die vorwiegend älteren Mädchen haben wir in unsere neue Unit "Ulrike Vogel’s Girls Home" in Mylaudy verlegt. Wie man sieht, fühlen sie sich dort ausgesprochen wohl, obgleich sie zunächst einen Wechsel nicht wollten.

In diesem Jahr werden wir die Zusammenarbeit mit dem "Y.M.C.A. Boys’ Home" in Mavelikara aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung aufgeben. Dort befinden sich noch drei unserer Patenkinder. Für sie werden wir angemessene Lösungen in einem anderen Heim oder durch Übernahme ihrer gesamten Familie in die Familienhilfe finden.

Das "Elisabeth Children’s Home" in Palayam wollen wir wegen mittlerweile aufgetretener baulicher Mängel auslaufen lassen und bis 2010 aufgeben. Für die 24 Patenkinder werden wir mittelfristig eine adäquate Lösung bereitstellen.

Die Projekte, für die wir im letzten Jahr geworben haben, sind dank Ihrer spontanen Hilfsbereitschaft zum Erfolg geworden. Die "Adivasi New Life School" hat ihre Toiletten, in der "Gandhigram Santhi High School for the Deaf" (Schule für Taubstumme Mädchen und Jungen) steht ein Fernsehgerät, dessen Bild auch noch aus der letzten Ecke der großen Halle gut zu sehen ist. Die Kinder des "Elmenhorster Balagram" haben endlich genug Wasser und freuen sich nach ertragreicher Bohnenernte auf die großen Kürbisse

Unter den beispielhaften Heimen fällt besonders das "Sarojini New Life Centre" in South Thamaraikulam wegen seiner Bemühungen um eine schulbegleitende Berufsausbildung auf. Dort werden 4 verschiedene Ausbildungen angeboten, welche die älteren Mädchen entsprechend ihrer schulischen Befähigungen erlernen können. Die Ausbildung wird von bezahlten Lehrkräften vermittelt. Gute Schülerinnen der Abschlussklassen können bereits an 5 Computerplätzen arbeiten. Es gibt eine Schneiderinnenausbildung, eine Gruppe, die Korb- eine Schleiferin in der Ausbildungund Flechtwaren herstellt und eine Besonderheit: An drei Schleifmaschinen werden den Mädchen Fähigkeiten zum Schleifen von Mineralien zur Schmuckherstellung vermittelt. Diese Ausbildung kann für die jungen Frauen die spätere Selbständigkeit bedeuten, wenn sie eine solche Maschine zum Berufsstart zur Verfügung hätten.

Es gäbe noch viel Positives über manches andere Heim zu berichten, ich möchte mich nun aber dem Schwerpunkt der Reise, der Familienhilfe, zuwenden.

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