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Projekte > Arche Noa > Bericht Nora Claus Februar 2013/1

Bericht von Nora Claus

Arche NoA-TeamBevor ich die Pläne für 2013 vorstelle, möchte ich einen kleinen Rückblick geben, auf den wir alle, die Arche NoA unterstützen, stolz sein können. Vor sechs Jahren begann ich mit der Aufbauarbeit eines Frauenzentrums in der südindischen Kleinstadt Mylaudy. Das Zentrum, vor Ort bekannt als Women Empowerment Center, wächst Jahr für Jahr und ist inzwischen für die Frauen in Mylaudy eine wichtige Anlaufstelle für Aus- und Weiterbildung. Besonders kümmern wir uns um die Ausbildung zur Näherin. Die ersten Frauen, die 2006 kamen, konnten weder mit einer Nähmaschine umgehen noch hatten sie Ahnung vom gewissenhaften Nähen. Inzwischen haben wir viele Näherinnen geschult. Mit Hilfe von Arche NoA ist es gelungen, den Frauen in Mylaudy eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Hilfe zur Selbsthilfe

In diesem Jahr möchte ich die Hilfe zur Selbsthilfe ausbauen und Voraussetzungen für Frauenkooperationen schaffen. Eine Kooperation kann aus drei bis fünf Frauen bestehen. Jede Frau bekommt eine Nähmaschine und ein Startkapital, um Stoffe einzukaufen. Voraussetzung ist eine Ausbildung zur Näherin im Arche NoA center. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung.

Community Hall in Mylaudy

Seminar in der Community Hall in Mylaudy

Durch die Selbstständigkeit wächst auch das Selbstbewusstsein der Frauen. Im Januar 2013, bei meinem Aufenthalt in Mylaudy, habe ich bei einer Sitzung, zu der 60-70 Frauen in unsere community hall kamen, diesen Schritt vorgeschlagen. Auch andere Modelle der Kooperation stellte ich vor. Zum Beispiel könnte eine Hühnerfarm mit einer Anschubfinanzierung unterstützt werden. Der Leiter unserer Dachorganisation Patengemeinschaft für hungernde Kinder e. V. in Indien, Baby Pau,l und der für Mylaudy zuständige Leiter Abraham Samuel werden diese Projekte begleiten. Dank der Erfahrung und dem Wissen der indischen Leiter, das von einem hohem Maß an Ausdauer und Zuverlässigkeit begleitet ist, waren die bisherigen Projekte ein Erfolg und bringen die indischen Frauen ein Stück auf ihrem Weg zu mehr Selbstständigkeit voran. Doch jeder Anfang ist schwer. Das habe ich bemerkt, als ich mit den Frauen über Kooperationsmodelle sprach. Die Frauen brauchen Bedenkzeit. Ich bin gespannt, ob bald eine kleine Kooperative gegründet wird.

Seit zwei Jahren unterrichtet Poomani Nähen und Zuschneiden im Arche NoA women empowerment center. Sie ist 52 Jahre alt, Mutter eines Sohnes, hat eine Ausbildung als Lehrerin und ist – kurz gefasst – die gute Seele des centers. All dies trägt dazu bei, dass Frauen gerne kommen und eine konstante Gruppe von Näherinnen besteht. Täglich kommen 7 - 10 Schülerinnen. Poomani zeigt ihnen wie man Schnittmuster erstellt und erklärt die wichtigsten Handgriffe des Schneiderhandwerks.

Nora Claus mit Lehrerinnen

Nora Claus mit Lehrerinnen

Unentbehrlich ist auch Maheswarie, unsere Sozialarbeiterin. Sie unterstützt Poomani und organisiert die Veranstaltungen für die Frauen aus dem Ort in unserer community hall. Jede Veranstaltung wird protokolliert. Das ist für mich als Initiatorin und Leiterin ebenso wichtig wie für die Mitarbeiter vor Ort. Denn so erhalten wir uns den Überblick über relevante Themen und können gezielt Probleme angehen. Neben Maheswarie und Poomanie sind noch eine Weberin und sechs Näherinnen fest im Arche NoA women empowerment center beschäftigt.

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