Projekte > Arche Noa > Bericht Nora Claus Februar 2014

Bericht von Nora Claus

Meine November Reise nach Indien hat schon Tradition. Es ist ein „nach Hause kommen“. Ein Ankommen im Süden Indiens. Ein Eintauchen in eine außergewöhnliche Welt, die von Gegensätzen geprägt ist. Die Luft ist schwül, die Hitze erbarmungslos. Die Fahrt auf den Landstraßen ist holprig und staubig. Große Reisfelder breiten sich aus. Ein Kleinbauer treibt seinen Wasserbüffel zur nächsten Futterstelle. Dann kommt einer jener Stadtbusse daher. Schillernd bunt wie die Wände in den Tempeln ist er bemalt. Frauen in farbenfrohen Saris steigen aus. Sie grüßen mit einem Lächeln – trotz ihrer harten Arbeit. Von Dubai bin ich direkt nach Trivandrum im südindischen Bundesstaat Kerala geflogen. Die Inderin Poomanie holt mich zusammen mit dem Fahrer Frances vom Flughafen ab. Poomanie ist nicht nur die Seele unseres Arche NoA center, sie ist auch meine wichtigste Ansprechpartnerin und bringt viel Organisationstalent mit. Das braucht sie auch. Denn bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie ordnet die Bestellungen aus Deutschland, schneidet die Stoffe zu und sorgt dafür, dass die jungen Mädchen nach den Vorgaben nähen, und unterrichtet junge Frauen im Nähen.

Gut organisiert ist auch mein Aufenthalt. Deshalb fahren wir vom Flughafen gleich in die Stadt, um Stoffe für die neuen Modelle zu kaufen. Einkaufen in Indien heißt Zeit mitbringen. Viel Zeit. Man wird meistens gleichzeitig von mehreren Personen bedient und erklärt mehrmals, was man braucht. Auch das Handeln und Feilschen ist in Geschäften üblich. So verbringen wir meistens zwei bis drei Stunden in einem der zwei Läden, die wir bevorzugen.

Dann endlich geht es nach Mylaudy. Das erste, was ich sehe, als unser Auto auf das Arche NoA Gelände rollt, ist das geschmückte Arche Noa Haus. Alle Kinder der drei Einrichtungen – also auch die Kinder vom COC (childrens`s orthopedic centre) und den Heimen – warten darauf, ihre Tänze aufzuführen. Der herzliche Empfang berührt mich jedes Mal, zeigt er doch, wie vertrauensvoll und freundschaftlich die jungen Inderinnen zu uns stehen.

>> Seite 2