Projekte > Arche Noa > Bericht Nora Claus Februar 2015

Arche NoA im indischen Mylaudy

Ein Bericht über neue Aktivitäten, Januar 2015

Wieder ist ein Jahr mit vielen sozialen Aktivitäten zuende gegangen. Konkret heißt das: mein Team und ich mußten in Deutschland die Gelder für das Projekt Arche NoA im südindischen Mylaudi beschaffen. Dazu gehörten u.a. die Benefizkonzerte in der Annakirche, in Sankt Michael und in der Kapelle vom Marienhospital in Aachen, die gut besucht waren und Spenden erbrachten. Ich bin den Musik-Interpreten zu großem Dank verpflichtet,  die für das Projekt Arche NoA ihre Zeit und ihr Können mit bedeutendem Engagement zur Verfügung stellen.

Ich tauche wieder in die so bunte wie schwierige Welt Indiens ein. Der Hinflug nach Trivandrum, der Hauptstadt des Bundesstaates Kerala, im Januar 2015 ist wie ein Heimflug in bekanntes Terrain. Wollte ich den Namen richtig und offiziell aussprechen, so wäre das ein ‚Zungenbrecher’: Thiruvananthapuram. Samuel und der Fahrer von der Klinik COC nehmen mich in Empfang. Der starke Geruch der Stadt, der Müll auf den Straßen – nichts hat sich verändert. Die ersten Stunden im Auto sind immer eine große Überwindung für mich. Ich schließe die Augen, um die direkt  entgegenkommenden Wagen nicht zu sehen. Es geht alles gut,  ich überrede mich innerlich dazu, Vertrauen zu haben.

Nora ClausDer erst Stopp ist die Handels- und Industrietadt Nagercoil im Bundesstaat Tamil Nadu, südlichste Großstadt Indiens mit einer Viertelmillion Einwohner, vorwiegend Hindus und Christen. Hier kaufe ich Stoffe für die Jahresplanung in den Nähräumen Mylaudis. Die anderen Materialien besorge ich uns in vielen verschiedenen Geschäften und anderen Städten. Jeder Stoff-Einkauf ist für mich eine Art ‚Performance’. Hier geht alles durch mehrere Hände, immer bin ich umringt von unzähligen Personen, alles ist voller Lebendigkeit: die Bühne indischen Lebens!

Neugeborene KückenNach Ankunft in Mylaudy gibt es mehr als genug Arbeit für mich. Ich veranlasse, dass die Arche NoA Häuser von innen und außen gestrichen werden. Vier Handwerker arbeiten fünf Tage lang um die durch starke Feuchtigkeit beschädigten Räume wieder in Ordnung zu bringen. Inzwischen wird auch das neue Kückengebäude fertig gestellt. Nachdem die kleinen Kücken aus dem Inkubator geschlüpft sind, brauchen sie nämlich einen geschützten Raum um zu überleben, denn in dieser Gegend sind Schlangen üblich. Dieses Kückenhaus wird, alter indischer Tradition entsprechend, festlich mit Tanz und Gesang eingeweiht. 100 Frauen aus dem Ort begleiten einen Festakt im Versammlungshaus. Ich beschreibe dabei die Gründung der Arche NoA vor 10 Jahren. Überdies kann ich dieses Mal vier Ziegen an Frauen aus Mylaudy verschenken. Samuel hat sie mit großer Mühe besorgt, Dank an ihn.

Wieder ist ein neuer kleiner Schritt gemacht worden in Richtung aktiver Hilfe. Dank auch an mein Arche NoA Team in Aachen. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Alle Informationen, die die Station in Mylaudy mit ihren elf dort beschäftigten Frauen betreffen, gebe ich weiter. Ich kann mich auf unser Netzwerk verlassen und an die Spender,  die uns  finanziell unterstützen.

Nora Claus, Aachen

>> Seite 2