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Bericht aus dem KIDZ Shelter Heim für Straßenkinder

Besuch auf der Straße

Besuch im Elendsviertel
Besuch bei Bewohnern im Elendsviertel von Sivakàsi

Für den Nachmittag war verabredet, dass wir in ein Elendsviertel fahren würden, um zu sehen, ob es dort Kinder gibt, für die das Haus eine gute Alternative zu ihren jetzigen Lebensbedingungen sein könnte. Wie uns berichtet wurde, gehen die 3 Mitarbeiter mindestens 2 mal im Monat in solche Viertel und sprechen mit den Bewohnern, um ihnen von unserem Angebot zu berichten. Mit den nun besseren Möglichkeiten des Hauses denken wir, dass Platz für mindestens 20 ständig hier lebende Kinder vorhanden wäre. Wir wollten dieses Mal sehen, wie diese Besuche durchgeführt werden und wie groß die Bedürftigkeit in solchen Vierteln tatsächlich ist.

Unterhalb einer großen Abraumhalde kamen wir in eine Art Siedlung, bestehend aus Palmblatthütten und viel Plastikplanen. Schon als wir aus dem Auto stiegen, waren wir umringt von Kindern aller Altersgruppen, z.T. sehr verlumpt und schmutzig aussehend. Zögernd kamen auch Erwachsene auf uns zu. In den Gesprächen, die die 3 Mitarbeiter unseres Hauses mit den Menschen führten, wurde schnell klar: Keines dieser Kinder geht zur Schule. Auf die direkte Frage, ob die Kinder denn überhaupt Lust hätten, zur Schule zu gehen, spürten wir viel Ablehnung. Mädchen erzählten, sie hätten eine Aufgabe, müssten sie doch die kleinen Geschwister hüten. Jungen berichteten, sie fänden hin und wieder Arbeit irgendwo.

Langsam gingen wir durch die Siedlung, blieben immer wieder stehen und sprachen Menschen an. Ein Junge hatte inzwischen einem anderen Bescheid gesagt. Dieser kam auf uns zu und sagte, ja, er würde gern in die Schule gehen und könnte sich gut vorstellen, in solch einem Haus, wie das, von dem hier gesprochen wurde, zu leben. Auch ein Mädchen wünschte sich dringend eine andere Situation als die, in der es jetzt lebte. Mahaleshmi, unsere Sozial-arbeiterin, machte sich zu allen Kindern, inzwischen waren es vier, die sich das Haus gern anschauen wollten, Notizen.
Schließlich wurde verabredet, wann Mahaleshmi in den nächsten Tagen wiederkommen würde, um zu sehen, ob der Wunsch bei den Kindern, sie waren zwischen 12 und 14 Jahre alt, nach wie vor bestehen würde und ob Eltern, soweit vorhanden, damit einverstanden wären, dass ihre Kinder dieses Viertel verlassen. Als es dämmrig wurde, gingen wir, umringt von mehr als 30 Kindern, zum Auto zurück.

Kinder des Heims für Straßenkinder
Die Kinder probieren ein gerade erworbenens Mathematiklernspiel aus

"Unsere" Kinder erwarteten uns im Heim schon. Sie freuten sich, als wir vor dem Haus mit ihnen Federball spielten. Auch die mitgebrachten Frisbyscheiben wurden erprobt.
Die Dunkelheit trieb uns ins Haus, wo ich die mitgebrachten Mathematiklernspiele erläuterte. Dabei half mir die Englischlehrerin, die an diesem Abend wiedergekommen war. Mit Eifer und großem Einsatz machten sich die Kinder über die Spiele her und freuten sich jedes Mal lautstark, wenn sie alle Aufgaben korrekt gelöst hatten.

Kurz vor dem Abendessen nahmen wir Abschied. Immer wieder mussten wir Hände schütteln und versprechen, dass wir im nächsten Jahr wiederkommen würden.
Lange winkten uns die Kinder nach, als das Auto sich in Bewegung setzte.

Abends beim Essen mit Paulose und Melvin fassten wir die Ergebnisse unseres Besuches noch einmal zusammen. Wir waren sehr froh, dass die Kinder nun ein so gutes Zuhause haben, dass die kleine Betreuercrew inzwischen zu einem guten Team zusammengewachsen ist. Auch glauben wir, dass unser Eindruck, die Kinder fühlen sich in dem Haus wirklich wohl, uns nicht trügt.

Zum Schluss möchten wir allen, die uns bisher durch ihre Anteilnahme und Spenden geholfen haben, dieses Projekt weiterzuführen, ganz herzlich danken. Mit dieser Unterstützung, so meinen wir, wird Kindern aus ärmsten Verhältnissen eine Chance eröffnet durch einen geregelten Tagesablauf, liebevolle Betreuung und einen regelmäßigen Schulbesuch, Anteil am Leben in der Gesellschaft zu finden. Alles Geld, was von Euch gespendet wird, kommt direkt bei den Kindern an und tut Gutes!

Hadmut Scholz & Rüdiger Jester

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