


Medizinische Versorgung ist in einem Entwicklungsland wie Indien ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Um diesen Missstand ein wenig zu lindern, haben wir im Jahre 2002 in Mylaudy eine Orthopädiestation mit Rehazentrum in Betrieb genommen. Hier werden Kinder aus armen Familien umsonst behandelt. "Vater" des Projekts ist der Hamburger Chirurg Dr. Jürgen Zippel, der hier gemeinsam mit anderen Ärzten und Physiotherapeuten aus Deutschland unentgeltlich jedes Jahr für einige Monate arbeitet. Die Erfahrungen seines "Arbeitseinsatzes" 2010/2011 hat er in einem interessanten Bericht zusammen gefasst.
Ermöglicht wurde der Bau der Klinik durch eine großzügige Spende der Alte Leipziger-Hallesche. Es ist die einzige technologisch hochwertig ausgestattete Klinik für Orthopädie in Tamil Nadu und dem angrenzenden Bundesstaat Kerala und dementsprechend groß ist der Andrang. 2007 wurde das Zentrum von der Ärztekammer Schleswig-Holstein als ein "vorbildliches medizinisches Hilfsprojekt" bezeichnet.
Die Ausstattung
Das COC besteht aus einer 16-Betten-Station, einem Physiotherapieraum und einer orthopädischen Werkstatt. Das indische Team setzt sich aus einem Physiotherapeuten, einem Arzthelfer mit guten Deutschkenntnissen und einem Orthopädietechniker sowie dessen Auszubildenden zusammen. Die behandelnden deutschen Ärzte kommen, auf eigene Kosten, vorwiegend aus Hamburg, genauso wie die Physiotherapeutinnen, die den einheimischen Kollegen unterrichten und schulen und die operierten Kinder anleiten. Alle arbeiten unentgeltlich und wechseln sich übers Jahr ab. Größere Operationen werden in einer privaten Unfallklinik in der Nähe durchgeführt (Dr. Zippel: "Der Arzt dort macht eine erstklasige Unfallchirurgie mit internationalem Standard.") - wir müssen hierfür nur die tatsächlich anfallenden Betriebskosten zahlen. Diese Operationskosten können, genauso wie die Kosten für Medikamente, Verbandsmaterial und das medizinische Hilfspersonal, nur durch Spenden aufgebracht werden. Im Reha-Zentrum des COC werden die operierten Kinder dann nachbehandelt.
Neben Unfallverletzungen, Wachstumsstörungen und den Folgen von Kinderlähmung oder Hirnhautentzündung werden vor allem Missbildungen des Bewegungsapparats behandelt: Klumpfüße, fehlende Oberschenkel und Hände, Klauenfüße, alles Anomalien, die in Europa in den Praxen kaum noch zu sehen sind.
Zahlen und Fakten (2010)
Pressemeldungen/Links:
> Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt 12/2007
> Hamburger Abendblatt vom 25.12.05